RtoP in der Diskussion

Facts­heet: Das Atro­ci­ties Preven­ti­on Board und die ame­ri­ka­ni­sche Stra­te­gie zur Prä­ven­ti­on von Mas­sen­ver­bre­chen - Vor­bild für Deutsch­land?

 

 15.05.2012

 

Am 23. April 2012 ver­kün­de­te der ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent in ei­ner An­spra­che im US Ho­lo­caust Me­mo­ri­al Mu­se­um in Wa­shing­ton den Auf­bau ei­nes ‚Atro­ci­ties Preven­ti­on Boards‘ in den USA – ei­ne Ko­or­di­nie­rungs­ein­heit, die res­sort­über­grei­fend zu ei­ner ef­fek­ti­ve­ren Prä­ven­ti­on von und Re­ak­ti­on auf (po­ten­ti­el­le) Mas­sen­ver­bre­chen füh­ren soll. Zu­dem er­klär­te er, dass er die Er­geb­nis­se ei­ner Stu­die zu den ge­gen­wär­ti­gen Ka­pa­zi­tä­ten der Re­gie­rung in die­sem Be­reich an­ge­nom­men und sei­ne Re­gie­rung zur Um­set­zung ei­ner um­fas­sen­den Stra­te­gie zur Prä­ven­ti­on von Mas­sen­ver­bre­chen an­ge­wie­sen hat. Das vor­lie­gen­de Facts­heet er­klärt Auf­ga­ben und Zu­sam­men­set­zung des Atro­ci­ties Preven­ti­on Board und die wich­tigs­ten Eck­punk­te der um­fas­sen­den ame­ri­ka­ni­schen Stra­te­gie.[1]

 

Das Atro­ci­ties Preven­ti­on Board (APB)

 

Hin­ter­grund zum Atro­ci­ties Preven­ti­on Board

  • Am 4. Au­gust 2011 gab Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma mit ei­ner so­ge­nann­te „Pre­si­den­ti­al Stu­dy Di­rec­tive (PSD)“ – die An­wei­sung, in­ner­halb der nächs­ten 120 Ta­ge ein res­sort­über­grei­fen­des Atro­ci­ties Preven­ti­on Board zu schaf­fen.
  • In die­ser An­wei­sung wird die Ver­hin­de­rung von Mas­sen­ver­bre­chen und Ge­no­zid als wich­ti­ges na­tio­na­les Si­cher­heits­in­ter­es­se und als ei­ne be­deu­ten­de mo­ra­li­sche Ver­ant­wor­tung der Ver­ei­nig­ten Staa­ten de­fi­niert.
  • Gleich­zei­tig wur­de ei­ne Stu­die ver­an­lasst, die die ge­gen­wär­ti­gen Ka­pa­zi­tä­ten der Re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen zur Ver­hin­de­rung von Mas­sen­ver­bre­chen auf­lis­tet und even­tu­el­le Lü­cken auf­zeigt. 
  • Die An­wei­sung des Prä­si­den­ten folg­te ei­ner Emp­feh­lung der Ge­no­ci­de Preven­ti­on Task Force – ei­ne Ex­per­ten­grup­pe, die vom Ho­lo­caust Me­mo­ri­al Mu­se­um in Wa­shing­ton, dem US In­sti­tu­te for Peace und der Ame­ri­can Aca­de­my of Di­plo­ma­cy ins Le­ben ge­ru­fen wur­de. Die frü­he­re Au­ßen­mi­nis­te­rin der USA, Ma­de­lei­ne Al­b­right und der frü­he­re Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Wil­liam S. Co­hen lei­te­ten die Task Force.
  • Als ei­ner der wich­tigs­ten Grün­de für die Er­schaf­fung des APB wur­de von Sei­ten der Oba­ma Re­gie­rung ge­nannt, dass zu oft die Si­tua­ti­on ent­ste­he, in der der  Prä­si­dent und die Re­gie­rung vor der ex­tre­men Ent­schei­dung stün­den, ent­we­der mi­li­tä­risch in ei­ner Si­tua­ti­on ein­zu­grei­fen oder ei­nem Mas­sen­ver­bre­chen zu zu­schau­en. Das Board soll da­für sor­gen, dass die US-Re­gie­rung schon frü­her auf sol­che Si­tua­tio­nen re­agie­ren und ein brei­tes Spek­trum an Maß­nah­men er­grei­fen kann.

 

Was sind die Zie­le des Atro­ci­ties Preven­ti­on Boards?

Das Haupt­ziel des APB ist es, ei­nen ko­or­di­nier­ten An­satz für die Ver­hin­de­rung von Mas­sen­ver­bre­chen und Ge­no­zid zu schaf­fen, wel­cher die ge­sam­te ame­ri­ka­ni­sche Ad­mi­nis­tra­ti­on mit ein­be­zieht. Durch die In­sti­tu­tio­na­li­sie­rung die­ser Ko­or­di­na­ti­on  soll er­reicht wer­den, dass…

  • …der ge­sam­te Si­cher­heits­ap­pa­rat der USA recht­zei­tig An­zei­chen von Mas­sen­ver­bre­chen er­kennt und auf die­se re­agiert.  
  • …al­le Ab­tei­lun­gen und Res­sorts ei­ne Stra­te­gie zur Ver­hin­de­rung und Re­ak­ti­on auf Mas­sen­ver­bre­chen ent­wi­ckeln, die es er­mög­licht, dass al­le Stim­men in­ner­halb der Ad­mi­nis­tra­ti­on ver­nom­men und auch even­tu­ell ab­wei­chen­de Mei­nun­gen von den wich­tigs­ten Ent­schei­dungs­trä­gern ge­hört wer­den.
  • …die Ka­pa­zi­tä­ten des Aus­wär­ti­gen Diens­tes, des Mi­li­tärs, der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit und an­de­ren re­le­van­ten Ak­teu­ren er­höht wer­den, das ge­sam­te Spek­trum von Maß­nah­men zur früh­zei­ti­gen Prä­ven­ti­on von Mas­sen­ver­bre­chen zu nut­zen.
  • …die USA in die La­ge ver­setzt wer­den, mit ih­ren Ver­bün­de­ten und Part­nern zu­sam­men an der Prä­ven­ti­on von und Re­ak­ti­on auf Mas­sen­ver­bre­chen zu ar­bei­ten. 

 

 

Zu­sam­men­set­zung und Vor­ge­hens­wei­se des Atro­ci­ties Preven­ti­on Boards (APB)

  • Das APB wird hoch­ka­rä­tig be­setzt mit Ver­tre­tern aus dem Au­ßen-, Ver­tei­di­gungs-, Jus­tiz,- und Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um so­wie Ver­tre­tern der Ent­wick­lungs­be­hör­de USAID, dem Mi­nis­te­ri­um für Hei­mat­schutz (Home­land Se­cu­ri­ty), des Di­rek­tors für Na­tio­na­le Nach­rich­ten­diens­te, des CI­As, des Bü­ro des Vi­ze­prä­si­den­ten, der Ver­tre­tung der USA bei den Ver­ein­ten Na­tio­nen und ei­nem Ver­tre­ter der  Ver­ei­nig­ten Stabs­chefs (Joint Staff). Al­le die­se Per­so­nen sind auf der As­sis­tant Se­creta­ry Ebe­ne (stell­ver­tre­ten­den Mi­nis­ter­ebe­ne) an­ge­sie­delt und wer­den von der je­wei­li­gen Lei­tung der Mi­nis­te­ri­en er­nannt.
  • Das APB wird sich auf Ar­beits­ebe­ne mo­nat­lich tref­fen, um die Ent­wick­lung und Im­ple­men­tie­rung der Prä­ven­ti­ons­stra­te­gie zu be­auf­sich­ti­gen. In Kri­sen­si­tua­tio­nen wer­den zu­sätz­li­che Tref­fen ab­ge­hal­ten.
  • Die hoch­ran­gi­gen Ver­tre­ter des APB wer­den sich min­des­tens zwei­mal im Jahr tref­fen; ein­mal im Jahr auf Mi­nis­ter­ebe­ne. Die Vor­sit­zen­de des Boards wird jähr­lich in ei­nem Me­mo­ran­dum an den Prä­si­den­ten über die Ar­beit des Boards be­rich­ten.
  • Die Ein­heit wird von dem Di­rek­tor/der Di­rek­to­rin für mul­ti­la­te­ra­le An­ge­le­gen­hei­ten und Men­schen­rech­te im Na­tio­na­ler Si­cher­heits­rat ge­lei­tet. Die­se Po­si­ti­on be­klei­det der­zeit Sa­man­tha Power.
  • Nach sechs Mo­na­ten wird die Vor­sit­zen­de in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Board ei­nen Ent­wurf für ei­ne Exe­cu­ti­ve Or­der (Ver­fü­gung) des Prä­si­den­ten vor­be­rei­ten, in der Vor­schlä­ge zur wei­te­ren Ar­beit des APB, des­sen Funk­tio­nen, Prio­ri­tä­ten und Zie­le so­wie wei­te­re Maß­nah­men zur Prä­ven­ti­on von und Re­ak­ti­on auf Mas­sen­ver­bre­chen er­ör­tern wer­den.

 

 

Die wich­tigs­ten wei­te­ren Be­stand­tei­le der neu­en ame­ri­ka­ni­schen Stra­te­gie

 

Die bes­se­re Nut­zung der Nach­rich­ten­diens­te

  • Die Nach­rich­ten­diens­te wer­den In­for­ma­tio­nen sam­meln und ana­ly­sie­ren, die die ge­sam­te Re­gie­rung in die La­ge ver­setzt, po­ten­ti­el­le Mas­sen­ver­bre­chen frü­her  zu an­ti­zi­pie­ren, Kri­sen­si­tua­tio­nen zu ver­ste­hen und bes­ser auf sol­che zu re­agie­ren.
  • Das APB wird un­ter an­de­rem mit dem Di­rec­tor of Na­tio­nal In­tel­li­gence zu­sam­men­ar­bei­ten, um In­for­ma­tio­nen zu po­ten­ti­el­len Ri­si­ken von Mas­sen­ver­bre­chen in den jähr­li­chen Be­richt des Di­rek­tors vor dem ame­ri­ka­ni­schen Kon­gress zu ak­tu­el­len Be­dro­hun­gen mit ein­zu­schlie­ßen. Al­le Nach­rich­ten­diens­te in den USA wer­den in­tern und mit den Part­nern der USA das Zu­sam­men­füh­ren, Sam­meln, und Tei­len von In­di­ka­to­ren von Mas­sen­ver­bre­chen in­ten­si­vie­ren.

 

Ein stär­ke­rer di­plo­ma­ti­scher Ein­satz für die Prä­ven­ti­on von Mas­sen­ver­bre­chen

  • Ame­ri­ka­ni­sche Di­plo­ma­ten wer­den für ei­ne en­er­gi­sche, mul­ti­la­te­ra­le Stra­te­gie zur Prä­ven­ti­on von und Re­ak­ti­on auf Mas­sen­ver­bre­chen wer­ben und sich für stär­ke­re in­ter­na­tio­na­le Be­mü­hun­gen zum Auf­bau von Ka­pa­zi­tä­ten zur Prä­ven­ti­on von Mas­sen­ver­bre­chen ein­set­zen.
  • Die USA wer­den sich da­für ein­setz­ten, dass Lehr­plä­ne für Schu­lun­gen von  Frie­den­si­che­rungs­trup­pen der UN ak­tua­li­siert wer­den um spe­zi­el­les Trai­ning zum Schutz von Zi­vi­lis­ten mit ein­zu­schlie­ßen.
  • Die Ver­ein­ten Na­tio­nen sol­len im Be­reich Kon­flikt­prä­ven­ti­on und Kri­sen­ma­nage­ment un­ter­stützt wer­den, ins­be­son­de­re im Be­reich der prä­ven­ti­ven Di­plo­ma­tie, und der Me­dia­ti­on.
  • Die Ka­pa­zi­tät von re­gio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen zur Prä­ven­ti­on von und Re­ak­ti­on auf Mas­sen­ver­bre­chen soll ge­stärkt wer­den.

 

Sank­tio­nen und Ein­rei­se­ver­bo­te

  • Ba­rack Oba­ma un­ter­zeich­ne­te im April 2012 ei­ne Exe­cu­ti­ve Or­der, die es er­laubt Sank­tio­nen und Vi­sums­sper­ren ge­gen Fir­men zu ver­hän­gen, die im Iran und Sy­ri­en durch In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie schwe­re Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen ver­üben oder er­mög­li­chen. Durch die­se Sank­tio­nen kön­nen sol­che Un­ter­neh­men, die re­pres­si­ven Re­gie­run­gen mit ih­rer Tech­no­lo­gie die Über­wa­chung  und Ver­fol­gung  von Bür­gern für ge­ziel­te At­ta­cken er­mög­li­chen, di­rekt sank­tio­niert wer­den.
  • Im Be­zug auf die Vi­sums­po­li­tik, hat der ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent in ei­ner An­wei­sung im letz­ten Au­gust ei­ne Vi­sums­sper­re für schwe­re Men­schen­rechts­ver­let­zer er­las­sen.

 

Schu­lung für zi­vi­le und mi­li­tä­ri­sche Ein­satz­kräf­te

  • Das ame­ri­ka­ni­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um wird mi­li­tä­ri­sche Dok­tri­nen und Richt­li­ni­en spe­zi­ell für die Prä­ven­ti­on von und Re­ak­ti­on auf Mas­sen­ver­bre­chen ent­wi­ckeln. Die Ver­ei­nig­ten Stabs­chefs ha­ben be­reits ei­nen An­hang an den Be­richt „Joint Pu­bli­ca­ti­on on Peace Ope­ra­ti­ons“ an­ge­fügt, der zu­künf­tig si­cher­stel­len soll, dass mi­li­tä­ri­sche Kräf­te über Wis­sen und Aus­bil­dung in die­sem Be­reich ver­fü­gen.
  • Das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um wird zu­dem rou­ti­ne­mä­ßig Übun­gen mit Be­zug auf die Ver­hin­de­rung von Mas­sen­ver­bre­chen  or­ga­ni­sie­ren, um ope­ra­ti­ve Kon­zep­te zu tes­ten, mit de­nen auch äu­ßerst schnell in Kri­sen­si­tua­tio­nen re­agiert wer­den kann.
  • Pro­fes­so­ren der ame­ri­ka­ni­schen mi­li­tä­ri­schen Aka­de­mi­en tref­fen sich En­de Mai 2012 im US Ho­lo­caust Me­mo­ri­al Mu­se­um, um die Ein­ar­bei­tung von der Ver­hin­de­rung von Mas­sen­ver­bre­chen in die dor­ti­gen Lehr­plä­ne auf­zu­neh­men.
  • Al­le Mi­nis­te­ri­en und Re­gie­rungs­ein­hei­ten, die ei­ne Rol­le in der Prä­ven­ti­on von Mas­sen­ver­bre­chen spie­len, wur­den auf­ge­for­dert, Lehr­plä­ne und Schu­lungs­pro­gram­me zu ent­wi­ckeln, um zi­vi­le und mi­li­tä­ri­sche Kräf­te in der Prä­ven­ti­on von und Re­ak­ti­on auf Mas­sen­ver­bre­chen zu  schu­len. Die­se Mi­nis­te­ri­en wur­den zu­dem auf­ge­for­dert, ent­spre­chen­de Leis­tungs­an­rei­ze für Bei­trä­ge zur Prä­ven­ti­on zu ent­wer­fen.

 

Mehr Ein­satz ge­gen die Straf­lo­sig­keit 

  • Die Mi­nis­te­ri­en für Au­ßen, Jus­tiz und In­ne­res wer­den Vor­schlä­ge er­ar­bei­ten, um die Fä­hig­keit der Ver­ei­nig­ten Staa­ten zu ver­bes­sern, Tä­ter von Mas­sen­ver­bre­chen in den USA vor Ge­richt zu stel­len.
  •  Die USA pla­nen die stär­ke­re Un­ter­stüt­zung von na­tio­na­len, hy­bri­den und in­ter­na­tio­na­len Me­cha­nis­men (un­ter an­de­rem im Rah­men von Un­ter­su­chungs­aus­schüs­sen, „fact fin­ding“ Mis­sio­nen (Er­kun­dungs­mis­sio­nen) und Ge­rich­ten).[2]
  • Die Mi­nis­te­ri­en für Jus­tiz und  Heim­schutz wer­den Op­tio­nen ent­wi­ckeln, wie ei­ne bes­se­re Un­ter­stüt­zung von Zeu­gen­schutz und mehr tech­ni­sche Hil­fe für aus­län­di­sche und in­ter­na­tio­na­le Straf­ver­fol­gung ge­leis­tet wer­den kann.

 

Wei­te­re in­no­va­ti­ve Maß­nah­men:

  • Das Au­ßen­mi­nis­te­ri­um und USAID pla­nen ih­re Fä­hig­keit zu er­hö­hen, schnell und auf ad-hoc Ba­sis ei­ne ent­schei­den­de Men­ge an zi­vi­len Kräf­ten, die über Ex­per­ti­se im Schutz von Zi­vi­lis­ten  ver­fü­gen, in Kri­sen­si­tua­tio­nen schi­cken zu kön­nen.
  • Al­le US Mi­nis­te­ri­en und Re­gie­rungs­ein­hei­ten wer­den zu­künf­tig les­sons lear­ned Stu­di­en be­züg­lich ih­rer Ar­beit zur Prä­ven­ti­on von und Re­ak­ti­on auf Mas­sen­ver­bre­chen ver­fas­sen.
  • USAID wird zu­sam­men mit der NGO „Hu­ma­ni­ty United“ ei­nen Wett­be­werb für in­no­va­ti­ve Tech­no­lo­gi­en aus­schrei­ben, die für die Prä­ven­ti­on von und Re­ak­ti­on auf Mas­sen­ver­bre­chen ge­nutzt wer­den kön­nen.
  • Das Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um wird sich so po­si­tio­nie­ren, dass es zu­künf­tig schnel­ler die ihm zur Ver­fü­gung ste­hen­den fi­nan­zi­el­len Mit­tel nut­zen kann, um Geld­flüs­se an re­pres­si­ve Re­gime zu stop­pen.
  • Al­le Mi­nis­te­ri­en und Re­gie­rungs­ein­hei­ten wer­den in Zu­kunft ver­pflich­tet sein, al­ter­na­ti­ve Ka­nä­le für Be­schwer­den wäh­rend kon­kre­ter Fäl­le von (po­ten­ti­el­len) Mas­sen­ver­bre­chen zu er­schaf­fen, die es in­di­vi­du­el­len Mit­ar­bei­tern er­laubt, nicht ge­mel­de­te In­for­ma­tio­nen zu Mas­sen­ver­bre­chen dem APB mit­zu­tei­len. Dies soll auch In­for­ma­tio­nen be­inhal­tet, die von Vor­ge­setz­ten ex­pli­zit vor­ent­hal­ten wur­den oh­ne den Kar­rie­re­chan­cen des je­wei­li­gen Mit­ar­bei­ters zu scha­den. Ähn­li­che Pro­ze­du­ren soll es im Ar­beits­be­reich des Na­tio­nal Se­cu­ri­ty Coun­cil Staff (der Mit­ar­bei­ter des Na­tio­na­len Si­cher­heits­rats) ge­ben, so dass si­cher­ge­stellt ist, dass In­for­ma­tio­nen zu dro­hen­den und statt­fin­den­den Mas­sen­ver­bre­chen den Prä­si­den­ten er­rei­chen.

 


Was hat die ame­ri­ka­ni­sche Stra­te­gie mit Deutsch­land zu tun?

 

  • Die res­sort­über­grei­fen­de Ko­or­di­nie­rung von Stra­te­gi­en und Maß­nah­men zur Ver­hin­de­rung von Mas­sen­ver­bre­chen ist ei­ne Auf­ga­be, die nicht nur in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten sinn­voll und wich­tig ist.
  • Deutsch­land hat zur­zeit kei­nen sol­chen Me­cha­nis­mus zur Ko­or­di­nie­rung der ver­schie­de­nen Mi­nis­te­ri­en, dem Kanz­ler­amt und dem Bun­des­tag.
  • Auch die an­ge­mes­se­ne Schu­lung von Di­plo­ma­ten, Mi­li­tär und Ent­wick­lungs­hel­fern dar­in, An­zei­chen von Mas­sen­ver­bre­chen früh zu er­ken­nen und ef­fek­tiv auf die­se zu re­agie­ren, ist für Deutsch­land er­for­der­lich.
  • Es ist zur­zeit un­klar, wel­che Ka­pa­zi­tä­ten Deutsch­land in der Au­ßen-, Si­cher­heits- und Ent­wick­lungs­po­li­tik be­sitzt, um Mas­sen­ver­bre­chen recht­zei­tig zu er­ken­nen und ge­mein­sam mit den eu­ro­päi­schen Part­nern recht­zei­tig und ef­fek­tiv dar­auf zu re­agie­ren. Ei­ne Stu­die zu den ge­gen­wär­ti­gen deut­schen Ka­pa­zi­tä­ten wä­re sinn­voll. Die­se soll­te breit an­ge­legt sein und Be­rei­che wie die Sank­ti­ons- und Vi­sums­po­li­tik um­fas­sen.

 

 

Quel­len und Links:

 

 

 

 

Stand: 15.05.2012

Sa­rah Brock­mei­er

 



[1] Die­ses Pa­pier ba­siert auf ei­ner Über­set­zung und Zu­sam­men­fas­sung des Facts­heets der ame­ri­ka­ni­schen Re­gie­rung zur neu­en ame­ri­ka­ni­schen Stra­te­gie so­wie ei­ner frü­he­ren Ver­si­on ei­nes Facts­heets von Ge­no­ci­de Alert zu Idee und Stand des Atro­ci­ties Preven­ti­on Boards im Ja­nu­ar 2012. 

[2]Die Ad­mi­nis­tra­ti­on be­tont, dass dies im Rah­men des na­tio­na­len In­ter­es­se der USA ge­schieht. Dies be­deu­tet al­so et­wa nicht, dass die USA in Kür­ze  das Rom-Sta­tut des  In­ter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hof (IStGH) un­ter­zeich­nen, die­ses aber u.U. stär­ker in be­stimm­ten Fäl­len un­ter­stüt­zen.

 

 



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